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17. Biblische Studienreise nach Israel vom 10. – 24.5.06
„ Ihr werdet verändert wieder nach Deutschland kommen !“

„Ihr werdet verändert wieder nach Deutschland kommen !“ hörten wir die Reiseleitung gleich zu Beginn unserer Israel Reise sagen, noch am Tag der Ankunft in Jerusalem auf der Haaz Promenade, von wo wir einen herrlichen Blick über die heilige Stadt hatten.
Diese Ankündigung hatte ich auf den 3 vorherigen biblischen Studienreisen, an denen ich teilgenommen hatte, schon oft gehört. Nun wollte ich dieses Angebot stets im Blick behalten, mich definitiv in das Geheimnis dieses Landes hineinführen lassen, um eine klare Position diesem Land gegenüber einnehmen zu können, die weit über eine bloß menschlich wohlgesonnene Haltung hinausgeht und frei ist von jedem weltlichen Für und Wider sowohl auf politischer, wie auch auf einseitig religiöser Ebene. Gottes Heilsgeschehen in diesem Land wollte ich wahrnehmen, um mich aktiv darin einzubinden zu lassen.


So war ich dankbar, dass die Reiseleitung von vornherein uns nicht als übliche Pilger von einer zur anderen christlichen Gedenkstätte führen , sondern uns primär einen Zugang zu diesem Land, zu seinem Auftrag vermitteln wollte.
Dieses geschah konkret zunächst durch angebotene Frühgebete, in denen es uns u.a. möglich war,. uns auf das Besuchsprogramm des kommenden Tages einzustellen.
Bei den Besichtigungen heiliger Plätze fanden oft Gottesdienste statt, die unseren Glauben immer wieder neu herausforderten und uns Entscheidungen zur Nachfolge Jesu abverlangten: Im Garten Gethsemane z.B. , an der Stelle , wo der eigentliche Leidensweg Jesu begann, wurde ein jeder von uns im Gottesdienst ermutigt, aus Unentschiedenheit und Fluchthaltung herauszutreten und im Gehorsam sein persönliches Kreuz auf sich zu nehmen. Vorher war uns in der Stille der Kapelle „Dominus flevit“ die Zeit gegeben zu begreifen, dass alles, was nicht im Willen Gottes gegründet ist, vergehen wird, auch wir erschüttert sein sollen über das sinnlose blinde Treiben in dieser Welt. Brennt unser Herz für „Jerusalem“, befinden wir uns gleich den Emmaus Brüdern auf dem Weg dorthin ? Das wurden wir an der Gedenkstätte gefragt, wo Jesus mit den 2 Jüngern das Brot brach.
Viele von uns hatten zum Schluss die Gelegenheit, durch eine Erinnerungstaufe im Jordanfluss die Jüngerschaft nochmals zu bezeugen, auch den Ehebund neu auf dem Berg Tabor unter Gottes Segen zu stellen.

Wer nach Israel fährt, sollte eigentlich alle seine Sorgen zu Hause lassen, um ganz offen zu sein für die vielen wichtigen Glaubensbotschaften hier, aber auch für die besondere Situation dieses Landes. Aus diesem Grund wohl bot unser Reiseleiter Helmut Ziegler unserer Gruppe gleich am ersten Tag etwas abseits im Garten Gethsemane Heilungsgebete an, wovon sofort viele Gebrauch machten.
Es war erfreulich zu sehen, wie schnell der Zusammenhalt unserer Gruppe täglich mehr wuchs, auch wenn dieses Mal eine größere Teilnehmeranzahl von 80 Personen mit dabei war, die in 2 Bussen fuhr. Ganz besonders lebhaft kam die Einheit der Reisegruppe bei der Bootsfahrt auf dem See Genezaret und auch während eines ausgedehnten orientalischen Abendessen mit musikalischer Unterhaltung in einem arabischen Restaurant in Galiläa zum Ausdruck.
Ganz sicher trug zum Gelingen dieser Israel Fahrt die wirklich exzellente Unterbringung und Versorgung in vollkommen ruhig gelegenen komfortablen Hotelunterkünften in Jerusalem und am See Genezaret bei. Das Interesse, die Aufnahmefähigkeit blieb so bis zum Schluss wach, trotz oft dichtem Besuchsprogramm.

Schon auf der Fahrt von dem seit ein bis zwei Jahren neu eröffneten modernen Flughafen Ben Gurion nach Jerusalem beeindruckte uns von Ferne die im Abendlicht herrlich leuchtende „ewige Stadt“ auf der Höhe des Juda Gebirges. Diese Stadt, wie das Land Israel überhaupt überrascht uns immer wieder neu mit schönen Bauten, mit verbesserter Infrastruktur, mit zunehmendem Grün und verstärkter landwirtschaftlicher Ausnutzung: Stolz wies Reiseführer Ra`anan Yilowski gleich zu Beginn auf die ganz neue Bahnanbindung am Flughafen hin. Wenig später zeigte er auf eine im Bau sich befindende Straße, die den Verkehr vom Mittelmeer um Jerusalem führen soll direkt zum Jordan Tal.
Herrlich war der Anblick der vielen Ländereien im Hula Tal und um den See Genezareth herum, der sich vor uns bei einer Rundfahrt auf den Golanhöhen ausbreitete. Dort, wo früher teilweise sumpfige Gebiete waren, sahen wir heute Dattel- und Bananenplantagen, Gemüsefelder. Einen besonderen und lebhaften Eindruck von der zunehmend blühenden Landschaft Galileas erhielten wir bei einer mehrstündigen Jeep Fahrt westlich des Sees Genezaret, wo wir teilweise über abgeerntete Kornfelder fuhren und zum Schluss Gelegenheit hatten, die Früchte des Landes zum Mittagessen bei einem Bauern uns schmecken zu lassen.
Auf den vielen Fahrten durch Galilea erblickten wir an und auf fast allen Bergen um uns herum überall arabische und jüdische Dörfer, die sich in ihrer Vielzahl aber harmonisch in die Landschaft einfügten, den Eindruck einer Zersiedelung überhaupt nicht aufkommen ließen. Selbst ein Gefängniskomplex lag so malerisch in der Landschaft eingebettet vor uns, dass wir mit unserer Reiseleiterin Daniela Eppstein nicht umhin konnten, es als ein attraktives „Hotel“ mit „Rundumbetreuung“ und „Versorgung“ zu preisen.

Irgendwann musste jeder einmal sich fragen, wie kann Israel, welches ununterbrochen von allen Seiten angegriffen wird, ständig unter Druck steht, eine derartig positive kontinuierliche Aktivität entfalten, für jedermann deutlich sichtbar. Die natürliche Reaktion auf permanente Bedrohung wäre doch Lähmung, Mutlosigkeit.
Tatsächlich berichtete uns ein Knessetabgeordneter vom Außenministerium sehr pessimistisch über die gegenwärtige politische Lage seines Landes und endete mit dem Satz, ihnen bliebe nichts anderes übrig, als weiter zu machen. Ähnliche Töne hörten wir in der Redaktion der Nai Zeitschrift von dem Geschäftführer Herrn Schneider jun. .
Noch schrecklicher war die Konfrontation mit der Vergangenheit des jüdischen Volkes in der Gedenkstätte Jad Vashem und auch später im Diaspora Museum in Tel Aviv, wo wir 2000 Jahre Judenverfolgung vor Augen hatten. Für jüdische Flüchtlinge, die gerade dem KZ noch entkommen waren und Zuflucht suchten in Israel, musste es entsetzlich gewesen sein, als sie von der britischen Mandatsmacht damals während und nach dem Weltkrieg erneut in ein Lager bei Atlit , welches wir ebenfalls besuchten, als illegale Immigranten eingesperrt wurden. Keinen Blick zurück in Zorn oder Bitterkeit wegen aller dieser Grausamkeiten konnten wir jedoch während dieser Besichtigungen feststellen. Für Vorwürfe bleibt den Israelis keine Zeit. Aber vergessen wollen sie das Geschehene nicht.
Woher nehmen sie also die Kraft weiterzumachen, ja ihr Land von Jahr zu Jahr mehr zur Blüte zu bringen, wenn ihre Vergangenheit, wie ihre Gegenwart und Zukunft so dunkel aussieht, jeder Raum für Illusionen ihnen genommen ist ? Es brennt doch dort überall ! Wie kommt es, dass sie dennoch erstaunlich gute Antworten finden auf ihre vielen Nöte, die überraschender Weise am Ende sogar für die Welt von großem Nutzen sind ? Das fragten wir uns eines Abends am Ende eines Gottesdienstes :
Blickt man z.B. auf die Wasserknappheit in diesem Land, so stellt man fest, dass hier eine Technologie für Entsalzung von Meereswasser entwickelt wurde, die anerkanntermaßen weltweit führend ist und in vielen Ländern gebraucht wird. Israels Polizei schult gegenwärtig

Personal in China, zur Verhütung von Terroranschlägen bei der Olympiade 2008. Trotz der Vernichtungsdrohungen seitens des iranischen Präsidenten sind israelische Ingenieure in Iran, um dort eine durch Erdbeben zerstörte Region wieder mit aufzubauen. Wie kann das nur zusammengehen, dass ein in ihrer Existenz täglich bedrohtes Volk auf vielen technologischen Gebieten, ob in der Landwirtschaft, oder in der Medizin zum Segen der Welt wird ? Auch die segensreiche Einrichtung Nofshon Akim, die uns wieder freundlich empfing und bewirtete, ist hier ein gutes Beispiel für grenzenlose Liebe und Brüderlichkeit mitten in diesem Land.

Nur ihre Geschichte, das Alte Testament kann hier letztendlich Aufschluss geben: Bei Hosea heißt es zum Schluss (Kap. 14 5-10): „Ich werde für Israel sein wie der Tau. Blühen soll es wie die Lilie ... „ In Amos 9 14-15 wird gesagt: „Sie werden die verödeten Städte aufbauen und bewohnen und die Weinberge pflanzen ... Ich pflanze sie (mein Volk) in ihr Land ein. Und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden.“
Wenn jetzt gerade entschieden wurde, mit einer Summe von 17 Milliarden Schekel die Negev Wüste zu bewirtschaften, dann lese ich dieses in Jesaja 41 17 –20 : „ Ich werde die Wüste zum Wasserteich machen und das dürre Land zu Wasserquellen“
Jesaja prophezeite (52/10): „Der Herr hat seinen heiligen Arm entblößt vor den Augen der Nationen und alle Enden der Erde sehen die Rettung Gottes“. Ja, der Mensch muss blind sein, wenn er nicht Gottes Handeln in diesem Land wahrnimmt ! Die Israelis können sich diesen Erfolg selbst nicht zuschreiben, den Luxus, überheblich zu sein sich nicht erlauben. Zu groß ist die Bedrohung ringsherum. „Wer ist weise, dass er dies versteht ?“ fragt Hosea im letzten Kapitel.

Es stimmt mich sehr froh, dass unsere Reisegruppe täglich mehr in dieses Verständnis geführt wurde. Mehr noch, sie hatte Gelegenheit, an vorderster Front für den Heilsweg Gottes in diesem Land mit einzutreten: Bei dem Besuch der Knesset gab man Helmut Ziegler die Möglichkeit , das Parlament und seine Arbeit zu segnen, im Gebet seine Tätigkeit unter den Ratschluss Gottes zu stellen.
In der noch im Bau begriffenen Synagoge Um el Kanatir, deren fast 2000 Jahre alte Grundmauern auf den Golanhöhen wieder ausgegraben wurden , feierten wir am Freitag den Sabbat , segneten diese Stätte erstmalig damit ein, konnten am Ende uns mit dem Eindruck beschenken lassen, dass nicht weltliche Organisation, sondern Gott selbst jeden Einzelnen dorthin geführt hat. Ja, wir durften gewiss sein, dass Gott Gefallen hatte an unserem Einsatz in seinem Land, wir keine Fremdkörper hier waren.
Derartige Einsätze sollten für die Nachfolger Jesu selbstverständlich sein. Nach Paulus haben die Christen, die mit Gottes Reich im Herzen das Ziel bereits kennen, den Juden ein Anreiz zu sein. Nicht zum eigenen Nutzen hat Gott die Gemeinde geschaffen. Er braucht sie für die Durchführung seines Heilsplanes.

„Meine Heimat ist in Israel !“ so hörte ich viele am Abschlussabend sagen. Natürlich ist unser aller Heimat im Himmel. Aber dieser offenbart sich vorrangig und gewaltig in diesem Heiligen Land. Mit Dank nehme ich diese Erfahrung mit nach Hause, um nun gut ausgerüstet für dieses Land kompetenter und segensreicher eintreten zu können. Mit Israel im Herzen wird dann auch der Ort, wo ich wohne, mit Heimat, mit Gottes Nähe gesegnet.