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Grausige Sharon-Karikatur... ...stört den Britischen Holocaust-Gedenktag. Beispiel der britischen Zeitung Independent

Grausige Sharon-Karikatur...

... stört den Britischen Holocaust-Gedenktag
Die israelische Botschaft in London hat einen scharf formulierten Protestbrief an die britische Zeitung "The Independent" geschickt, nachdem Montag eine Karikatur der Redaktion erschien, die Premierminister Ariel Sharon zeigt, wie er in den Kopf eines palästinensischen Kleinkindes beißt.
Die Karikatur erschien ausgerechnet mit dem dritten jährlichen Holocaust-Gedenktag, an dem der 57. Gedenktag der Befreiung des schändlichen Todeslagers in Auschwitz begangen wurde.
Vor dem Hintergrund eines Raketen feuernden Apache-Hubschraubers und der Lautsprecher-Durchsage "Stimmt für den Likud", schnaubt ein monströs großer Sharon ungehalten: "Was ist los? Habt ihr nie gesehen, wie ein Politiker ein Baby küsst?"
In ihrem Brief schreibt die Pressebeauftragte der Botschaft, Suli Davidovich: "Während Großbritannien den Holocaust-Gedenktag begeht, bin ich geschockt, dass "The Independent" sich entschlossen hat, ein altes jüdisches Stereotyp wieder wach zu rufen, das in "Der Stürmer" nicht deplatziert erschienen wäre und das leider immer noch in vielen arabischen Zeitungen zu finden ist."
Ähnliche Bilder von Babys beißenden Juden gehörten ins Arsenal der staatlich gesponserten, antisemitischen Propaganda im Nazideutschland der 30-er Jahre; die meisten Historiker sind der Meinung, dass sie den Weg für Hitlers "Endlösung" mit geebnet haben, in der mehr als 6 Millionen Juden vom Nazi-Regime ermordet wurden.
Karikaturist Dave Brown spiegelte eine oft wiederholte palästinensische Behauptung wider, dass Sharon den gefährlichen Stoß vom Wochenende gegen Waffenfabriken in Gaza als Teil der "Eskalationspolitik" in den letzten Tagen vor den Wahlen befahl, um Wähler von rechts außen für seinen regierenden Likud zu gewinnen.
Nach Davidovich stellt Browns blutrünstige Darstellung "nicht nur den wirklichen Grund für die Operationen der IDF in Gaza falsch dar, sondern nährt auch die Feindseligkeit gegen Israel und das jüdische Volk, die der Kern des arabisch-israelischen Konflikts ist."
Der Vorstoß, bei dem zwölf palästinensischen Kämpfer getötet wurden, folgte dem Beschuss von israelischen Gemeinschaften im Negev durch 16 Kassam-Raketen am Wochenende, dem jüngsten von rund 1.400 ähnlichen Raketen- und Mörser-Angriffen, die in den letzten zweieinhalb Jahren durchgeführt wurden.
In ihrem Brief an den Herausgeber des "Independent" vermeidet Davidovich es vorsichtig, den unzweifelhaften Vorwurf des Antisemitismus zu erheben, aber sie ist nahe dran:
"Man muss extrem vorsichtig sein, die Grenze zwischen legitimer Kritik und Antisemitismus zu ziehen, die oft als solche auftritt", schließt sie.
In einer E-mail an Helfer hält sich das Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft nicht so zurück:
"Dass die britischen Mainstream-Medien eine solch abstoßende Darstellung des israelischen Regierungschefs veröffentlichen, spricht Bände über das antiisraelische Klima, das heute über Europa hinweg fegt", erklärt es verzweifelt.

(Übersetzung aus dem Englischen: H.Eiteneier )