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Robert Stearns

Drei Fragen, die gestellt werden müssen

Wenn wir zusammenkommen, um für den Frieden Jerusalems zu beten und wenn es darum geht, gezielte Fürbitte zu praktizieren, müssen wir uns erst selber einige Fragen stellen. Warum sind wir hier, um für den Frieden Jerusalems zu beten? Warum Jerusalem? Warum sollte die Aufmerksamkeit und die Blickrichtung darauf gerichtet sein, heute für diese Stadt zu beten, mehr als für jede andere Stadt? Wir leben nicht in Jerusalem. Wir leben in New York, Paris, Berlin oder in anderen Teilen der Welt. Warum sollten wir heute für Jerusalem beten? Was gibt Jerusalem diese Sonderstellung? Was ist unsere Motivation, um für diese Stadt zu beten?

Und warum für Frieden beten? Die Antwort ist offensichtlich - weil dort kein Frieden ist. Aber warum gibt es dort keinen Frieden? Worin liegen die Ursachen und die Wurzeln dieses Konflikts? Ist dies ein wirtschaftlicher Konflikt? Ein Rassenkonflikt? Ein politischer Konflikt? Oder etwas Tieferes?

Und schließlich müssen wir uns selbst fragen „Welchen Bezug habe ich zu den Dingen? Habe ich überhaupt einen Bezug dazu? Beeinflusst mich dies überhaupt? Bin ich ein interessierter Zuschauer? Habe ich eine informierte Perspektive?“

Der Frieden im Mittleren Osten und genauer gesagt, der Frieden und das Schicksal Jerusalems, ist zur Hauptschaubühne in der jüngsten Vergangenheit geworden. Dies allein ist verwunderlich, besonders wenn man bedenkt, dass vor etwas mehr als 100 Jahren Jerusalem eine unfruchtbare öde Stadt, ohne Leben, war, ohne jeglichen Handel, öffentliches Leben oder Kultur. Mark Twain beschreibt in seinen Memoiren über seine Reise dorthin die größte Leere, die er je angetroffen hat. Andere Weltstädte wie Paris, London, Prag und Kairo waren durch die Jahrhunderte von historischer, kommerzieller und kultureller Bedeutung. Jerusalem, so scheint es, war nur als ein Relikt aus der Geschichte von Bedeutung, bekannt für das, was es in der Vergangenheit repräsentierte, ohne Bedeutung für das Gegenwärtige. Nun, so scheint es, ist Jerusalem innerhalb der letzten 100 Jahre von den Toten auferstanden...und in all dem kämpft die Stadt um ihr Überleben.

Heute morgen möchte ich zu Bedenken geben, dass wir bei all unserem Fokus auf Jerusalem immer noch ganz am Anfang stehen. Ich glaube, dass in den vor uns liegenden Monaten und Jahren das Schicksal dieser kleinen Stadt und des sogar noch kleineren Gebietes des sogenannten Tempelberges das Hauptinteresse der Weltöffentlichkeit erregen und den Dialog herausfordern wird. Wir mögen uns wünschen, weiterhin Zuschauer zu bleiben, aber dies wird nicht möglich sein. Ich bin weiterhin äußerst erstaunt und bestürzt, dass selbst in den Nachwehen des 11. September die meisten Amerikaner und die meisten amerikanischen Christen immer noch den Anschein erwecken, es nicht verstanden zu haben. Aber wir haben nicht das Recht, Unverstehen zu wählen, und auch Neutralität stellt keine Option dar. Das Weltgeschehen wird jeden Einzelnen dazu zwingen, in Bezug auf Jerusalem Stellung zu beziehen.

So stelle ich uns nun noch einmal einige Fragen bezüglich unseres heutigen Beisammenseins. Warum sollten wir als Christen für den Frieden von Jerusalem beten? Warum sollten wir, als amerikanische Christen, für den Frieden von Jerusalem beten?

Ich glaube, die Existenz Jerusalems, in seinem jetzigen Zustand, fordert, dass die Welt mit drei Fragen konfrontiert wird. Gewöhnlich möchte die Welt keinen Fragen ausgesetzt sein. Wir ziehen es vor, mit unseren alltäglichen Geschäften weiterzumachen, geben allen Ablenkungen nach, die unser tägliches Leben füllen. Aber Jerusalem unterbricht uns alle, so wie auch Dein und mein Zeitplan unterbrochen werden musste, damit wir heute hier sein können. Jerusalem unterbricht uns und fordert uns alle - und die Welt - dazu auf, drei Fragen zu beantworten.


Frage Nummer 1: Gibt es einen Gott?

Für die Juden ist die Stadt Davids die „Stadt unseres Gottes - der Berg Seiner Herrlichkeit - schön liegt der Berg Zion, die Freude der ganzen Erde.“ Für die Juden war und ist Jerusalem seit über 3000 Jahren die Stadt Gottes. Der höchste aller heiligen Orte. Es ist erstaunlich, dass eine Religion, die nicht auf Bekehrungen aus ist und eigentlich die Hinwendung zu dieser Religion gar nicht fördert, solch ein Dorn in den Augen der säkularen Welt ist. Gibt es einen Gott? Die Juden haben immer JA dazu gesagt. Aber sie haben niemals verlangt, dass irgendein anderer JA zu ihrem Gott sagt. Sie haben niemals Nationen durch Schwert, Kreuzzug oder Jihad „bekehrt“, haben niemals ihren Glauben anderen aufgezwungen. Ganz anders als bei fast allen anderen Religionen in der Welt: sie verlangen nicht, dass die Welt ihren Gott oder ihre Art, ihm zu dienen, annimmt. Sondern sie waren einfach nur darauf aus, Gott in ihrer Art zu dienen.
Aber ihr Glaube an Gott hat unberechenbare Konsequenzen. Man kann den Beitrag, den das jüdische Glaubenssystem zur Weltgeschichte beigetragen hat, gar nicht hoch genug einstufen.
Tatsächlich ist es aber ein falscher Ausdruck, wenn man von einem ‚Beitrag' spricht. Ihr Glaube an diesen Gott und sein Gesetz haben die Grundlagen für alle westlichen Zivilisationen hervorgebracht. Die zehn Gebote und das mosaische Gesetz haben den Rahmen für die moderne Geschichte gebildet und die Grenzen und die Basis der Kultur bestimmt, von der alles andere ausgegangen ist. Die westliche Zivilisation ist seit 2000 Jahren auf dem festen Fundament erhalten geblieben, das wir von den Juden empfangen haben. Das weltweite Bewusstsein einer möglichen Existenz eines allwissenden und allmächtigen Gottes kommt von diesem Volk, und zwar nicht von seiner Verkündigung der Botschaft, sondern daraus, dass das Volk dies einfach auslebt und es ablehnt, nicht danach leben zu können.

Gibt es einen Gott? Jerusalem sagt - es gibt ihn!  


Frage Nummer 2: Ist Er der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs?

All zu oft in Gefangenschaft oder unter Herrschaft von fremder Macht mit einem fremdem Glaubenssystem mussten die Juden zwischen Anpassung oder Treue entscheiden. Und der Weg des Daniel, Shadrach, Meschach und Abednego wiederholte sich eins ums andere Mal. Es konnte keine Schuld bei den Juden gefunden werden in ihrer Treue zu ihrem Herrn, und dessen vollbrachtes Werk und seine Glaubwürdigkeit. Und dennoch war die jüdische Präsenz durch die Zeit hindurch und - in einer Kultur nach der anderen - der Dorn im Auge für das bestehende vorherrschende Glaubenssystem - und Tod war die Folge. Heute leben wir in einer Zeit des Monotheismus, der durch das Blut jüdischer Märtyrer errungen und erhalten wurde.

Ist Er der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs?

Für die Römer war die Tatsache, dass die Juden die Verehrung Cäsars als Gott ablehnten, ein Grund für den Tod. Die Juden unternahmen nicht den Versuch, andere Teile der Bevölkerung des römischen Reiches davon zu überzeugen, dass Cäsar nicht Gott war. Sie versuchten nicht, das römische Glaubenssystem umzustoßen oder einige dieser Vertreter zu bekehren. Sie baten nur darum, ihren Gott auf ihre Weise anbeten zu dürfen. Aber ihre Treue zu Gott - ihre wunderbare, sture und prophetische Hartnäckigkeit machte sie unattraktiv für die bestehende Kultur.

Nicht anders war es einige hundert Jahre später, als das Christentum die Religion der Zeit wurde. Die Juden versuchten auch hier nicht, die Christen zu bekehren. Sie trachteten nicht danach, mit christlichen Theologen über die Verdienste und Ansprüche des christlichen Messias' zu debattieren. Die Juden baten nur darum, allein gelassen zu werden, um ihre Sabbatkerzen anzuzünden, um ihre Sabbatlieder anzustimmen und um zu beten: „Nächstes Jahr in Jerusalem.“ Aber diese Entschlossenheit und engstirnige Bestimmtheit erzürnte die christlichen Leiter jener Zeit. Wenn die Juden nicht einsahen, dass Jesus der Messias war, was bedeutete dies also für die Christenheit? Was mit den Ansprüchen, die Jesus hatte? Die christlichen Schriften behaupteten, dass die Juden für eine gewisse Zeit blind gemacht, aber nicht abgeschnitten worden waren. Aber der nicht enden wollende christliche Antagonismus wurde im Laufe der Kirchengeschichte blutig und tödlich, weil die Treue der Juden zu ihrer Form der Anbetung in der christlichen Kultur keine Akzeptanz fand.

Stelle dir vor! Die Kühnheit dieser Juden! Dieses kontinuierliche Gebet zu demselben Gott, zu dem sie schon über 3000 Jahre gebetet hatten, schon lange bevor es Christen gab.

Ist Er der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs?

Wahres Judentum verträgt sich nicht mit New Age, mit der „Leb-wie-Du willst- Mentalität“ und mit der Vielzahl von Götzen, die wir heute in der Welt sehen. Während der wurzellose - und ich gebrauche das Wort sehr bewusst - der wurzellose Westen fortfährt, die vermeindliche Weisheit des Dalai Lama einzuführen, und Oprah dich ermutigt, mit deiner inneren geistlichen Führung in Berührung zu kommen, weist Jerusalem uns immer auf den einen Gott hin - auf Ha Shem - auf Adonai.

Jerusalem zwingt uns jeden Tag zu fragen, ob es einen Gott gibt, und Er der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs? Sprach er wirklich zu diesen Männern? Spricht er heute immer noch? Zu wem? Spricht er zu mir?  


Frage Nummer 3: Hält er seine Versprechen?

Die Existenz des modernen Staates Israel ist schwerwiegend, in der Tat ist es unmöglich, es mit natürlichen Worten zu erklären. Aus der Asche der Shoah und gegen alle möglichen Gegebenheiten wurde Israel geboren. Im Moment der Entstehung wurde das Land von Mächten bestürmt, die mit Armeen, Finanzen und Waffen ausgerüstet und dazu bestimmt waren, das zu beenden, was Hitler begonnen hatte. Durch Ereignisse, die nur als übernatürlich beschrieben werden können, schlug diese kleine Nation - an die 650.000 Menschen - Nationen mit russischen Waffen, wobei drei von diesen Nationen die stärksten Militärs des Mittleren Osten hatten. Und wie durch ein Wunder gewann Israel! In dem Geist des Josua, David und Gideon, blieb Israel bestehen. Sie kamen zurück in das Land ihrer Väter - das Land, das ihnen durch den Bund zugesagt worden war.

Amos 9:14,15

„Ich werde mein verstreutes Volk Israel in das Land Israel zurückbringen. Sie werden die kaputten Städte wieder aufbauen und darin wohnen. Sie werden Weinberge pflanzen und ihren Wein trinken, sie werden Gärten bauen und ihre Früchte essen. Und ich will sie in ihr Land einpflanzen, dass sie nicht mehr aus ihrem Land ausgerottet werden, das ich ihnen gegeben habe, spricht der Herr, dein Gott.“

Hält Gott seine Versprechen?

Und was sagen Sie, Herr Dr. „Ersatz-Theologe“ zu dieser Frage? Dass die jetzige Existenz Israels ein Zufallsprodukt ist? War Gott am Werk bei der Wiederherstellung Israels oder nicht? Ist der moderne Staat Israel eine Manifestation der Verheißungen und Bündnisse Gottes? Ist ER hier an der Arbeit? Wagen Sie etwa, diese Sache als etwas zu betrachten, das im natürlichen Lauf der Dinge niemals existieren könnte? Ist für Sie die Bezeichnung Zion eine Metapher? Sprechen Sie über Jerusalem nur als eine Darstellung des himmlischen Jerusalems, das noch kommen wird?

Nein! „Vergesse ich deiner, Jerusalem, so verdorre meine Rechte! Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.“ Diese Worte sind in MEINER Bibel. Ich bin dazu berufen, Jerusalem MEINE größte Freude sein zu lassen.

In den heutigen Tagen schreit Jerusalem zu uns - „Siehe! Er hält seine Worte! Ich bin wieder bewohnt! Davids Söhne und Miriams Töchter sind wieder in meinen Straßen und Hügeln. Ich war einst eine Wüste, aber nun erblühe ich wie eine Rose.“

Und so sind wir berufen, uns über den Gott des Bundes zu freuen - denn ER ist es, der diese Sache vollbracht hat. Es ist nicht die Treue der Mehrheit des jüdischen Volkes, die Gott dazu gebracht hat, sich an SEIN Wort zu erinnern. 80% des modernen Israels ist säkular - gebunden an Humanismus und Materialismus. Es ist nicht das Israel Gottes, das wir heute preisen, sondern der Gott Israels - der Sein Wort gehalten hat - der Seine Treue und Seine Liebe unter Beweis gestellt hat. Er hat sein Wort gehalten, das er David versprochen hat und baute Sein Königreich für Tausende von Generationen auf. Und so weißich, dass ich diesem Gott trauen kann! Er hat sich selbst als treu erwiesen. Er hat die Ausgestoßenen Israels versammelt, und heutzutage beginnen wir den Schrei zu hören - „Kommt, lasst uns zum Berg des Herrn gehen - zum Haus des Gottes Jakobs.“

Gibt es einen Gott - Jerusalem ruft JA.

Ist ER der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs - Jerusalem ruft JA.

Hält er SEINE Verheißungen - Jerusalem ruft JA.

Und DIES ist der Grund, weshalb wir uns heute als Christen versammeln, um für den Frieden von Jerusalem zu beten. Jerusalem ist die physische Manifestation der Natur unseres Gottes, der den Bund hält. Und wenn wir mit der Bibel übereinstimmen - dem Wort Gottes - und dem Mandat, für Jerusalem zu beten, nachkommen, stimmen wir mit Gott Selbst überein. Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen werde ich nicht stille halten, bis seine Gerechtigkeit hervorbricht und seine Errettung wie eine Fackel strahlt. Ich habe Wächter auf die Mauern gestellt, o Jerusalem, sie werden niemals schweigen. Ihr, die Ihr zum Herrn schreit, lasst Euch selbst keine Ruhe, bis er Jerusalem errichtet und es zum Lobpreis auf der ganzen Erde werden lässt.

Robert Stearns


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